Dr. Sven Fischer, Dr. Birgit Saßl & Kollegen
 
 
Die Parodontitis ist eine bakteriell bedingte Entzündung die sich in einer weitgehende
irreversible Zerstörung des Zahnhalteapparats zeigt.
Sie tut meist nicht weh, ist kaum sichtbar und dennoch eine große Gefahr für Mund und
Organismus.
In den meisten Fällen handelt es sich um ein chronisch schubweise verlaufendes Geschehen.
Dieses tritt vorwiegend bei Erwachsenen auf, ist nur sehr selten schmerzhaft und führt, von
den Betroffenen zumeist unbemerkt, erst nach Jahren zu Zahnlockerungen bis hin zum
Zahnverlust.
Verantwortlich sind eine Überzahl an aggressiven Bakterien im Mund die am Zahnfleischrand
und der Zahnoberfläche einen klebrigen Zahnbelag die so genannte Plaque bilden.

Wird sie nicht regelmäßig entfernt, produzieren die in ihr enthaltenen Bakterien Stoffe, die
für das Zahnfleisch schädlich sind. Bakterielle Enzyme, Toxine und Antigene, die mit dem
Begriff Gingivitis bezeichnet werden. Dabei kommt es zu Schwellungen, Rötungen und
Zahnfleischbluten. Veränderungen die als Warnzeichen bewertet werden sollten. Hier wird
eine zahnärztlichen Behandlung nötig.

Unterbleibt eine regelmäßige gründliche Entfernung der Plaque und wird die Gingivitis nicht
richtig behandelt, kann die Entzündung in die tiefen Schichten des Zahnhalteapparates
vordringen und eine Parodontitis, also eine Erkrankung des Zahnbettes, verursachen.

Zwischen Zahn und Zahnfleisch entstehen dabei so genannte Zahnfleischtaschen, die
4 bis 12 Millimeter tief sein können. In sie dringen Bakterien weiter vor und zerstören das
Bindegewebe und den Knochen. Sind Teile des Kieferknochenzerstört, finden Zähne keinen
Halt mehr, sie beginnen zu wackeln und können ausfallen. Bei einer Parodontitis entstehen
zwischen Zahnfleisch und der Zahnwurzel eine von außen nicht sichtbare Wunde, die den
Bakterien die Tür in den Blutstrom eröffnet. Die Folge: Die Bakterien aus der Mundhöhle
können auch an anderen Stellen des Körpers gelangen und dort möglicherweise Entzündungen
auslösen oder schwere Allgemeinerkrankungen begünstigen.

Parodontitis kann häufiger zu:
Herzinfarkt, Schlaganfällen, Arteriosklerose, Lungenentzündungen, untergewichtige
Frühgeburten, Diabetes, Osteoporose, führen.  
Um einer Parodontitis vorzubeugen, ist es am wichtigsten, eine gründliche
Parodontitisprophylaxe zu betreiben.

Neben dem eigentlichen Zähneputzen sollte auf eine gute Zahnzwischenraumpflege und
Entfernung von Belägen auf dem Zungenrücken geachtet werden.
Durch eine regelmäßige Kontrolle beim Zahnarzt in Verbindung mit einer professionellen
Zahnreinigung alle 3-6 Monate können außerdem Putznischen gesäubert werden und

Hilfestellungen bei der häuslichen Mundhygiene gegeben werden.

Die Parodontitis ist eine "Volkskrankheit" mit welcher man sich nicht abfinden muß
sondern ihr Zahnarzt sehr wohl Abhilfe schaffen kann.